Der Ort - St.Margarethen



Streng genommen sind die berühmtesten österreichischen Sehenswürdigkeiten eigentlich St. Margarethener. Der Stephansdom oder die Ringstraßenbauten sind nämlich aus St. Margarethener Sandstein gemacht.
Die großen Architekten aller Epochen waren aber nicht die ersten, die den leicht zu verarbeitenden Stein aus dem nahen Steinbruch zu ihrem Lieblingsbaumaterial erwählten. Schon die Römer erkannten seine Vorzüge. Von St. Margarethen aus transportieren sie die porösen Steine auf ihrer Bernsteinstraße in die nordöstlichen Donauprovinzen.
Die Römer waren es auch, die die größte Sehenswürdigkeit des Burgenlandes – der Name sagt es bereits - den Römersteinbruch in St.Margarethen, anlegten.
Insgesamt, so schätzt man, wurden über die Jahrhunderte vier Millionen Kubikmeter Stein weggeschafft, mit mittlerweile 100.000 Quadratmetern offener Fläche ist der St.Margarethener Römersteinbruch einer der größten Steinbrüche Europas.
Das gigantische Loch gewährt einen interessanten Blick in die Erdgeschichte. Im Kalksandstein fand man zahlreiche Fossilien. Ein versteinertes Delphinskelett und zwei Seekühe aus St.Margarethen haben im Eisenstädter Landesmuseum einen Ehrenplatz.
Ende der 50-er Jahre entdeckten die Künstler den St.Margarethener Steinbruch. Der Bildhauer Karl Prantl gründete 1959 sein „Bildhauersymposion Sankt Margarethen“. Künstler aus der ganzen Welt trafen sich hier zum Arbeiten. Zahlreiche, zum Teil monumentale Plastiken, entstanden im Steinbruch und sind nach wie vor auf dem St. Margarethener Hügel zu bewundern. Die Bildhauer allerdings sind weitergezogen, die Symposien werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr veranstaltet.
Gigantische Opernbühne
Nun gehört der Steinbruch den Schauspielern und Sängern. Die St.Margarethener Passionsspieler zog es von der Bretterbühne in einem St. Margarethener Bauernhaus in den 60-er Jahren in den Steinbruch. Dort errichteten sie eine gigantische Naturbühne. Auf ihr wird alle fünf Jahre von über 200 St.Margarethener Laienschauspielern die Leidensgeschichte Christi nachgespielt. (zur Homepage der Passionsspiele St.Margarethen)
In den Jahren dazwischen haben die Opernfans in St. Margarethen ein Zentrum gefunden. Mit viel Erfolg und ständig steigenden Besucherzahlen hat Intendant Wolfgang Werner seine St.Margarethener Opernfestspiele etabliert.

Neben dem Sandstein hat der Wein den Etwa-3000-Einwohner-Ort geprägt. Dank des einzigartigen Klimas rund um den Neusiedler See und der speziellen Beschaffenheit der Böden ist in St. Margarethen schon früh eine blühende Weinwirtschaft entstanden. Im Jahr 1618 wurde den St. Margarethenern von Kaiser Matthias I. ein Brandzeichen verliehen und ein damit verbundenes Privileg, nämlch ihren Wein in sämtliche Länder der böhmischen Krone zu exportieren. Auch heute gehört St.Margarethen zu den größten Weinbaugemeinden des Landes. Zahlreiche Weinbaubetriebe und Buschenschenken haben sich auf die Wünsche der Weinliebhaber eingestellt und bieten eine große Palette von Weiß- sowie Rotwein in allen Qualitäts- und Preisstufen.

